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Corona Saison Auftakt in Neusiedl


Thomas Müller-Uri gewinnt kleinen aber feinen Corona-Saisonauftakt in Neusiedl

Nach monatelanger Zwangspause gelang dem UYCNs ein fescher Regattastart in das Jahr in dem alles anders ist. Auf Initiative von Martin Lehner und den Neusiedler Clubchefinnen kamen 15 Finns, 12 O-Jollen und ca. 60 Laser um endlich wieder zu regattieren, jetzt wo es gerade wieder auf den Singlehandern erlaubt war.
Tag eins war als Urlaubstag durchaus angenehm, da sommerlich warm und äußerst windschwach. Nach längerer Wartezeit an Land gab es eine spätnachmittagliche Anwesenheitskontrolle an der Startlinie (O-Ton Hartwig Gfreiner). Nach 3 Fehlversuchen hat man‘s bleiben lassen und man kehrt zum ‘Abendprogramm mit Abstand‘ auf die Clubterasse zurück, wo dann eine schöne Abendbrise wehte. Erwähnenswert vielleicht die meteorologische und kulinarische Weitsicht von vier UYCWg Finnseglern: Sie glaubten nicht an segelbare Bedingungen und verbrachten den Nachmittag vorzugsweise in der gepflegten Gastronomie der umliegenden Ortschaften.
An Tag 2 dann das volle Programm: Sonne und richtig Wind: Laut souverän agierender Wettfahrtleitern Angelika Stark waren es rund 22 Knoten, in den Böen auch etwas mehr. Die ZAMG Website zeigt da Spitzen bis zu 30 Knoten für Neusiedl. Für manche ging die Sicherheit vor, andere wollten’s wissen und begaben sich zur Startlinie. In der ersten Wettfahrt überraschten Thomas Müller-Uri und Clemens Holzapfel mit einer über rechts angelegten Startkreuz den Rest des Feldes und waren an der Luvtonne weit vorne. Im Lauf des Rennens konnte dann der Autor die Führung übernehmen und er war sich auch eines Wettfahrtsiegs bis 300 m vor dem Ziel ziemlich sicher. Eine Kenterung und ein paar weitere Unannehmlichkeiten später fand man sich auf Platz 6 wieder und Thomas Müller-Uri fuhr einen schönen Wettfahrtsieg vor Sigmund Kantor aus Ungarn und Tom Thaller ein.
Was für die Alpinen der Zielhang auf der Streif ist, ist für den Finnsegler eine Annäherung an die Leetonne bei Nordwest am Neusiedlersee. Aus irgendeinem Grund gibt es genau dort die schlimmsten Böen und der Baum ist meist auch noch auf der falschen Seite. Und so konnte man hier an diesem Tag den einen oder anderen eleganten Abgang und eine vermehrte Ausführung des verpönten Kuhwendemanövers beobachten. Richtig passiert ist aber niemandem was, es gibt auch hübsche Fotos dazu auf einem Link der UYCNs Webseite.
Wettfahrt zwei verlief ziemlich ähnlich, nur diesmal traf das Kenterpech vor allem Tom Thaller. Gerhard Weinreich landete einen Start-Ziel Sieg, gefolgt vom etwas vorsichtiger agierenden Autor und Thomas Müller-Uri auf Platz drei.
Der Wind wurde zunehmend stärker, es gab jetzt Sturmwarnung und keine dritte Wettfahrt mehr. Die verbliebenen Boote wurden in den Hafen geschickt, Siegerehrung schon um 14:00 und eine baldige Heimreise ist ja auch mal ganz nett.
Gratulation an Thomas Müller-Uri, der als Lokalmatador mit einem gewissen Trainingsvorsprung bei diesen Bedingungen die kurze aber aufregende Serie gewinnen konnte. Platz zwei Gerhard Weinreich vor dem Autor, dann folgen mit Sigmund Kantor und Tamas Varga zwei ungarische Segelfreunde. Interessant auch die fünf zehnten Plätze, die keine Tie-Break Regel auflösen kann. Somit alle Finnsegler Top Ten!

Markus Schneeberger, AUT 73