Austrian Finn Class - News Blog

Staatsmeisterschaft 2021 am Neusiedler See

Finn ÖSTM 2021

Endlich…

Nach den Wirren der aufeinanderfolgenden Lockdowns tat es richtig gut, sich wieder auf den Weg zur ersten Regatta zu machen. 30 Teilnehmer fanden den Weg zum Neusiedlersee, für eine Finn-Meisterschaft nicht viele. Aber das war wohl der Tatsache geschuldet, dass Grenzübertritte, Übernachtungen und Wirtshausbesuche erst kurz vorher wieder möglich wurden und noch nicht alle den Coronagaga-Modus rechtzeitig verlassen konnten – verständlicherweise.

Segeln…

Am ersten Tag bei superpatchy Leichtwindsüd wurden mit den Hoffmannbrüdern 2 neue Stars geboren. Gratulation für den starken Auftritt! Während der alte und später auch neue Meister Luggi Luschan zeitweise von Visionen geplagt wurde, zeigte Immerfleissigsegler Mini Weinreich respektabel Konstanz.

Zweiter Tag: Flautenschwitztag. Es stand am Programm, was wir am besten können – nämlich warten. Aber mit der Hitze müssen wir nach dem post-eiszeitlichen Frühjahr erst wieder umgehen lernen.
Dritter Tag perfekt: NW 8-13 KN. Im Nachhinein gesehen glaube ich, dass eine der von mir am Vortag verkosteten Weine mit Crystal Meth verunreinigt gewesen sein muss. Die Symptome waren jedenfalls eindeutig. Nach einem Höhenflug in den ersten beiden Wettfahrten des Tages (1.,1.) schlug die Stimmung in Aggression und Zerstörung um (Kollision = DNF).
Neuerlich positiv auffällig an diesem Tag Gebhard Wallinger, der es mehrfach in Topposition zur Luvtonne schaffte. Weiter so!
Den Erfolg trugen am Ende verdienterweise die Beständigen davon. Luggi als Meister, Mini als Vize und ich als Vizemeisterstellvertreter.

Social…

Apothekertom hat sich wieder mächtig ins Zeug gelegt und zwar sowohl was die Giveaways als auch was die Weinprobe betrifft. Die Stimmung war großartig mit dem einzigen Wermutstropfen, dass man nicht ad Infinitum weiterkosten kann, weil ja morgen ein neuer Regattatag graut.
Zwei gutgemeinte Anregungen für die Zukunft dazu noch von mir: Weinproben wegen der Verunreinigungsgefahr nicht gemeinsam mit Crystal lagern und bei den Giveaways nächstes Mal ab GGM Status statt des Magnesiums lieber ein Sackerl Kürbiskerne (oder Extrakt) dazugeben.

Frauenpower…

Fest im Griff hatte Angie Stark die Regattaorganisation mit ihrem Frauenpower-Team. Mit Gefühl, Sachverstand und Nerven führten sie die Regattafelder durch zeitweise recht schwierige Bedingungen. Chapeau!
Einziger negativer Ausreißer war aus meiner Sicht ein Mann … der am Gashebel eines angeblich 500 PS starken Powerschlauchbootes gerne mit Vollgas über den See ballerte. Eine Bilanz an erschlagenen und geschredderten Fischen ist nicht bekannt. Egal wie wichtig die Fahrt für das Regattageschehen auch sein mag – die halbe Geschwindigkeit hätte locker gereicht und die Natur könnte aufatmen.

Ergebnisse unter diesem
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VatiAUT7

Staatsmeisterschaft 2020 am Wolfgangsee

ÖSTM Finn 2020 Wolfgangsee – what happened?

Die Auswirkungen von Corona werden uns täglich in den Medien präsentiert – bis auf eine: die Unterpersenningallergie. Dass sie grassiert belegen folgende Beobachtungen:

• Der mit Finns volle UYCWg bleibt zum Rofipokal voll – weil keiner an den Attersee fährt. Dass keiner vorher am Kap Hoorn war verstehe ich ja. Aber die Angst vor dem Scheitern war ja zumindest heuer unbegründet.
• Der UYCNs bleibt ganzjährig finnleer, weil wir uns das Niedrigwasser schön … äääh schiachreden.
• Der mit Finns volle Steg des WYC bleibt zur Staatsmeisterschaft am Wolfgangsee voll – weil auch keiner an den Wolfgangsee fährt (sorry: einer – der Präsident).

Trotzdem gelingt dem UYCWg eine tolle Veranstaltung mit immerhin 34 Teilnehmern (Anfang Oktober!!) aus 3 Ländern. Echt super!

Die Bedingungen waren auf Neudeutsch: geil! An den ersten eineinhalb Tagen Südwestostwind mit 0,5 bis reichlich Knoten. Die Flügelstürmer wurden manchmal belohnt und oft bestraft. Die Buchhalter (Mitte) waren meist gut dabei, zumindest nicht völlig weg.
……und dann: der Samstag Nachmittag. „Die Wettervorhersage (54 kn) stimmt eh nicht, weil gestern hat sie ja auch nicht gestimmt“. Eine Wasserhose beendet dann weitere Startversuche und es ist der Klasse der Segler, ihrem Teamgeist und einem umsichtigen Helferteam zu verdanken, dass nix passiert ist – eigentlich ein Wunder. Ob es 54 kn oder doch nur 45 kn waren bleibt der Diskussion am Seglerstammtisch überlassen - lügen tun ja ohnehin nur die Fischer! Übrigens: am Sonntag dann 3 Wettfahrten bei Brunnwinderl im oberen Seeteil (hab ich noch nie gemacht) die Klasse hatten.

Dass er segeln kann, hatte sich ja schon herumgesprochen. An diesem Wochenende war Luggi aber wirklich unbeatable. Souverän und relativ konservativ führte er den Rest des Feldes vor. Shampoo! – wie der Franzose sagt! Rauschi, Vati und der Rest des Feldes konnten sich nur zerknirscht unterordnen.

Was das Wettfahrtleitungsteam um Rudi Mayr abgeliefert hat war auch Klasse! Ich komme ja ein bisserl herum, aber so aus einem Guss wir hier beim UYCWg erlebt man die Sache selten. Ebenfalls: Shampoo – zu euch fährt man gerne auf eine Regatta.

Euer Vizemeisterstellvertreter - Vati

Gesamtergebnis:
http://www.uyc-wolfgangsee.at/images/news2020/ergebnis_finn_oestm2020.pdf

Bericht IÖSTM 2019 - Traunsee

Die gerade noch Staatsmeisterschaft vom Traunsee
Michael Luschan österreichischer Finn Staatsmeister 2019 am Traunsee
Alles war angerichtet für das große Finnfestival vor Traunkirchen: 70 Starter, wohl mehr Staatsmeisterschaftsteilnehmer als in allen anderen olympischen Bootsklassen zusammen. Die Hälfte davon aus Österreich, der Rest aus den lieben Nachbarländern bis hin zu den Bahamas und auch drei Damen am Start. Dazu ein traumhafter Wetterbericht, Sonne, 30 Grad, leicht gewittrig und lebhafte Winde aus östlicher Richtung von Freitag bis Sonntag – zumindest im Alpenvorland. Dass der Traunstein der Zuströmung der lebhaften Ostwinde aus dem Flachland etwas im Weg steht, gab bereits Anlass zur Sorge.

Macht nichts, Tag eins, Begrüßung durch Clubprominenz und Lokalmatador Gerhard Schwendt, dem gleich an dieser Stelle für die grandiose Organisation der Meisterschaft zu danken ist. Statt Auslaufen gab‘s Kesselheiße und Freibier, es gibt Schlimmeres im Leben. Nach ein paar Stunden Warten und niveauvoller Unterhaltung, wie etwa durch die kurzfristig anberaumte jährliche Klassenvereinigungssitzung oder die Einschulung des Feldes auf die High-Tech Startmaschine des SCT war der Tag vollbracht. Ein gutes Segleressen und kühle Getränke ließen den Tag ausklingen und alle freuten sich auf die noch verbleibenden acht Wettfahrten.

Am nächsten Tag machte Wettfahrtleiter Georg Schöfmann und sein Team alles richtig: Größere Schleppverbände wurden zusammengestellt und man wartete vor Ebensee auf den Wind der dort immer kommt. So war es auch, die ersten beiden Wettfahrten liefen nach klassischem Muster ab, auch wenn der Wind nicht ganz so stark blies wie sonst im Segelgarten Ebensee. Ein guter Start in Lee, erster beim Felsen sein, dann ein paar Wenden um das Feld mit Abwinden zu versorgen und an der richtigen Stelle wieder auf den See hinaus zur Luvtonne abbiegen. Am allerbesten gelang das Michael Luschan, der mit zwei Laufsiegen und beachtlichem Vorsprung damit den Grundstein für seinen Meisterschaftserfolg legte, während andere hoffnungsvolle Titelanwärter bereits gelegentlich im Mittelfeld aufgerieben wurden.

Vorm Start des dritten Rennens flaute der Wind schon bedenklich ab und dort wo es bei den vorigen Rennen so angesagt war, lief nichts mehr. Die Führenden kamen jetzt von rechts, auch die Seemitte ist schön, es müssen nicht immer die Tunnels an der Bundesstraße sein. Das führte zu zwei aufsehenerregenden Erlebnissen, erstens dem historischen Wettfahrtsieg eines Finnseglers aus den Bahamas am Traunsee und zweitens zu einem einzigartigen Tumult an der letzten Leetonne, wo sich fast das ganze Finnflotte wieder zusammenfand. Bis auf ein paar Glückliche am Anfang und Ende des Feldes, schoben sich 50 Finns gleichzeitig im Schneckentempo gegenseitig um die Tonne, machten höflich aber bestimmt auf ihre beklemmende Wegerechtssituation aufmerksam und drifteten dem erlösenden Ziel entgegen. Im abendlichen Drohnenvideo wurde diese Szene sicherheitshalber rausgeschnitten, man zeigte lieber nur den Zieleinlauf.

Vom geplanten vierten Rennen wurde nach kurzer Wartezeit abgesehen, es folgte eine gemeinsame Seerundfahrt nach Traunkirchen und ein vorzüglicher Schweinsbraten im Sonnuntergang auf einer der schönsten Clubterassen Österreichs inklusive großem Tombola-Event.

Die Wettfahrtleitung hatte nun die Wahl einen morgendlichen, aber vermutlich unpopulären Start bei Südwind zu festzulegen oder etwas entspannter wieder auf das Szenario vom Vortag zu setzen. Mit beachtlichem Selbstvertrauen wurde Schleppbereitschaft erst um 9:30 ausgerufen, so konnte man während des schönsten Südwinds frühstücken, sich rennfertig machen, die Boote zu Wasser lassen und nach Ebensee schleppen - wo kein Wind war. Man fieberte der für eine gültige Staatsmeisterschaft dringend notwendigen vierten Wettfahrt eine Zeit lang entgegen und hatte Glück. Gegen Mittag ging’s los, der beste Pfad bei Start und erster Kreuz lag links der Mitte, die tollkühnen Randvarianten vom Vortag waren nicht mehr so angesagt. Doch kurz bevor die Führenden die letzte Leetonne ansteuerten, war der Wind wieder verschwunden. In Luv hatte man noch nicht verkürzen können, da die Mindestwettfahrtdauer noch nicht erreicht war. Somit – des einen Freud, des anderen Leid – Abbruch und längere Wartepause.

Wie durch ein Wunder sprang der Wind kurz vor Ende der regulären Spielzeit (Sonntag 15:00) wieder an und ohne Zögern wurde das finale Rennen gestartet. Einige wenige Verschwörer verweigerten sich dem Herdentrieb der allgemeinen Ansteuerung der Felsen auf der Startkreuz, witterten ihr Glück auf der rechten Seite, wo an besseren Tagen die Kiter zu finden sind. Der Wind hielt ausreichend lange durch, die Wettfahrtleitung zeigte erstmals Nerven, verkürzte und hatte die für eine Meisterschaft so wichtige vierte Wettfahrt im Kasten. Besonders erfreut war der Autor, der sich dank eines Wettfahrtsieges das vornehme Recht erwirkte, diesen Bericht zu schreiben.

Die internationale österreichische Staatsmeisterschaft gewann Vaclav Cintl (CZE 70) mit einer 2/3/3/11 Serie vor Gebhart Zdenek (CZE 4), gleichfalls mit 19 Punkten und den Plätzen 7/7/2/3, was angesichts der schwierigen Bedingungen sehr beindruckend ist. Gesamtdritter wurde Jürgen Eiermann, GER 8 (30 Punkte).

Aus innerösterreichischer Sicht konnte sich Michael Luschan, mit 34 Punkten am vierten Gesamtrang mit einer 1/1/10/22 Serie den Staatsmeistertitel sichern. Eine klare und verdiente Sache und wie sicher allgemein bekannt, nicht zum ersten Mal: der gut informierte Finnsegler weiß, dass Luggi bereits 1984 und 1985 gewonnen hat, übrigens auch am Traunsee. Er war seit seinem Finn-Wiedereinstieg vor ein paar Jahren stets in den Top 3 einer ÖSTM, somit höchst an der Zeit und die zuletzt bei den vielen Bundesligaregatten erworbene Startroutine hat im großen Finnfeld sicherlich auch geholfen.
Vizemeister wurde Gerhard Weinrich nach einer generell starken Saison auf Platz 6 mit 60 Punkten und den Plätzen 29/13/8/10, die Bronzemedaille ging an Markus Schneeberger auf Platz 7 mit 62 Punkten und den Einzelrängen 9/16/36/1, was den Autor sehr freut, da hier die letzte Staatsmeisterschaftsmedaille auch schon einige Jahre zurückliegt und das die erste im so geschätzten Finn ist.
In den Top 20 finden sich aus rot-weiß-roter Sicht dann weiters Bernd Moser (11.), Michael Hoffmann (12.) Thomas Thaller (13.), Michael Gubi (14.) und Gerd Wayrethmayr (16.).
Die Damenwertung entscheid Tina Sperl für sich, vor Roswitha Beranek und Lisa Küppers (GER), was erfreulicherweise bei der Siegerehrung auch ordentlich gewürdigt wurde. Erwähnenswert vielleicht auch noch der seltene Umstand, dass jeder Teilnehmer ein wirklich sehr brauchbares Erinnerungsgeschenk erhielt, das sicher nicht verstauben wird.
Großen Dank an den Segelclub Traunkirchen und die Clubfreunde von Gerhard Schwendt, die eine hochsommerliche und zu Wasser wie zu Lande sehr unterhaltsame Staatsmeisterschaft durchbrachten.

Markus Schneeberger AUT 73