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(Gast) Bericht Weinlese 2019

Gastkommentar zur Weinlese Regatta 2019 beim UYC Neusiedl
Üblich ist, dass der drittplatzierte AUT Finnist den allfälligen Bericht zu einer absolvierten Regatta schreibt. Bevor ich mich in diesem Fall zu der Pflicht aufraffen konnte erreichte mich der Anruf von Martl Lehner mit der Frage, ob es mir recht wäre, wenn er den Bericht schreibt. Soviel Initiative soll man nicht bremsen und ich habe seinem Wunsch gern entsprochen.
Vorab allerdings noch 2 Anmerkungen von mir:
@MartL:
1.) Du darfst jederzeit bei uns Gast sein
2.) noch lieber wäre es uns, wenn Du Dein hölzernes Sportgerät wieder veräußerst und Dir vom Verkaufserlös ein modernes zukunftssicheres Finn Dinghy erwirbst und ständiger Teilnehmer bei uns wirst.
Bernd AUT6
…… zum Bericht:

WEINLESE 2019, UYCNs
oder
"Ein kurzer Gastbericht"

Für mich glückliche Zufälle führten dazu, dass ich heuer anstatt mit "Monika" (=Startschiff des UYCNs) mit "Erika" (=Fantastica von Moritz "Morli" Spitzauer) an der Weinlese Regatta mitmachen konnte.
Ich durfte wieder einmal Gast bei Euch in der FINN Klasse sein und war dementsprechend positiv gestimmt!
Aber erst Dank Angelika Stark und Ihrem Wettfahrtleitungsteam konnte ich heuer erstmals als Teilnehmer auf die Flaggen des Startschiffs schauen, anstatt sie so wie in den letzten Jahren selbst ziehen zu "dürfen".
19 FINNisti hatten sich angemeldet, ebenso viele sind auch dann gekommen. Meine eindringlichen Gebete an Aelus in der Woche zuvor wurden erhört und es waren umsteigerfreundliche, Neusiedlersee untypische moderate Windverhältnisse angekündigt... Entweder ist ja kein Wind, oder es ballert...
Aber davon noch später.

Wie üblich waren auch noch 4 weitere Klassen zu Gast im UYCNs und wie ebenfalls üblich waren diese zusammen grad mal so viele Boote, wie das FINN Teilnehmerfeld allein...
Quo vadis Segelsport in - gar nicht mehr so - felix Austria??? Da ist guter Rat wirklich teuer...
Und worin der Reiz am Regattasegelsport liegt, wenn Du als Dritter deiner Klasse die Ziellinie querst und damit zugleich Vorletzter bist wird sich mir nie erschließen...
Angelika und Ihr Team tat in dieser Situation wohl das Beste und schicke den kleinen Haufen an edelteuren Luxusrennern gemeinsam über die Linie... genug davon.

Samstag war's und die Dinge standen - nein nicht schlecht, sondern - gut!
Sonne mit Wolkengemisch und der, wie sich auch diesmal wieder herausstellen sollte, schwierige zu segelnde Nordwind wehte mit den vorhergesagten +/-10kn.
Nordwind in der Ecke von Neusiedl hat ein bisschen Ähnlichkeit mit einem West-/Brunnwind-Gemisch das auch nicht nur so fallweise am schönen Wolfgangsee zu Gange weht. Bist Du in der falschen Ecke gefangen, hast Du das Gefühl, dass Dich der "letzte" Schlag anstatt zur herbei gesehnten Luvtonne, wieder zurück zur Startlinie führt...
Kurz gesagt: Es ergaben sich sehr viele Möglichkeiten sehr viel fasch zu machen.
Oder, wie ein wirklich weiser Segler einmal zu mir sagte: Heute geht's nicht um brillieren, sondern um nicht blamieren...
Unser tschechischer FINN Freund Matous Cervenka musste dies gleich in der ersten Wettfahrt am eigenen Leib, wie ich annehme, nicht ganz schmerzfrei erfahren und segelte sich von einem sichern 1.Platz an der ersten Luv auf einen umkämpften 10.Platz im Ziel zurück...
Überhaupt gab's in dieser Wettfahrt viel zum "sich wundern". Thomas M-U mit der unerschütterlichen Heiterkeit seiner Natur gesegnet meinte dazu nachregattens, immer noch lächelnd: War ich links, ging's rechts. War ich rechts, ging's links... Hmmm...

Zweite Wettfahrt kam und - es war leicht zu übersehen - die Wolken wurden weniger und der Wind nordwestlicher. Der Kurs war - neusiedlerseetypisch, weil krottenflach - rasch umgelegt und schon ging's wieder darum "möglichst schnell im Kreis zu fahren", wie es Niki Nationale einmal so trefflich beschrieben hat...
Eigentlich war die Windrichtung jetzt normaler, aber was war schon normal nach den Erfahrungen der ersten Wettfahrt???
Matous zeigte sich unbeeindruckt von den Missgeschicken der 1.Wettfahrt und ließ einen weiteren Einser folgen, nur diesmal ohne Null hinten dran. Chapeau!
Mini Weinreich, solid wie immer hielt mit einem 2.Platz den Kontakt zur Spitze, Hartwig flog alle Vorwindkurse nur so Richtung Leetonne, war gut für einen 4.

Dritte Wettfahrt kam und Ihr ahnt es schon, der Wind orientierte sich wieder um... War es eine der Tageszeit geschuldete Windentwicklung, gab es eine thermische Anomalie? Was es war blieb verborgen, jedoch orientierte sich der Wind wieder mehr nördlich...
Ich verzeichnete derweilen beim 1. upwind einen Anfängerfehler schlechthin, fierte die Großschot in der Wende nicht ausreichend, blieb mit Schwimmweste am Baum hängen und versenkte Boot und mich im Schlamm des Neusiedlersees... Letzter Platz an der 1.Luv - auch hmmm...
Seglerisch interessant war dann noch die zweite Kreuz, da sich das - eher gesamt - Feld in der linken Hälfte des Segelparcours befand, als der Wind wieder "kräftig" von NW auf N, also nach rechts kippte und wir alle irgendwie am falschen Bug Richtung Luvtonne kämpfen mussten...
Das war's dann für Samstag - drei Wettfahrten waren im Sack, Ergebnisse im internet...
Vom Abendprogramm hab ich nix mitbekommen, da ich vom Vorwind-Schnürl-ziehen erschöpft und fertig war... Na ja, FINN fit is anders...

Sonntag kam und mit ihm ein leichter Südostwind und mit großen Erwartungen ob der bevorstehenden Entscheidung liefen wir aus...
Aber es kam nix mehr..
Wir versuchten zwar was, etwas was eine Wettfahrt sein sollte, aber das war auch nix - Und das war's dann aber auch schon gewesen.

Es bleibt ein schöner und schwieriger Segeltag-Samstag und die Hoffnung, dass bald viele weitere schöne folgen mögen,
vielleicht schon 2020 im Rahmen einer FINN ÖSTM im UYCNs...
Euer martL
Screen Shot 2019-09-17 at 09.10.17


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